Genderfluid – Was ist das eigentlich?

Genderfluid – wörtlich würde es wohl mit „Flüssigem Geschlecht“ übersetzt werden. Doch was heißt das? Die Definition von Genderfluid ist ja relativ leicht ergooglebar, aber ich möchte meine eigene Definition von „meinem“ Genderfluid aus meiner Sicht darstellen. Fangen wir also erst einmal mit einem Exkurs in meine Lebensgeschichte an.

In meiner Schulzeit wurde ich sehr oft gemobbt und gehänselt, wobei ein Großteil davon von männlichen Mitschülern durchgeführt wurde. Auch Mitschülerinnen mussten oft unter Mobbing und Hänseleien leiden, und im Laufe der Jahre verinnerlichte ich mir: „Ich möchte nicht so sein wie die anderen Jungen, die um mich herum sind“. Doch welche Auswirkungen das haben soll, das wurde mir erst sehr viel später bewusst.

Nach meiner Schulzeit wurde ich von Freunden des öfteren mit „du hast einen ziemlich weiblichen Touch“ betitelt, und auch sonst konnte ich die damals üblichen „Männerrollen“ nicht richtig wahrnehmen, sei es im Beruf oder in romantischen Beziehungen. Oft war wohl auch meine „Sanftmütigkeit“ ein Grund für das Scheitern eben jener Beziehungen, die häufig von einem Tag ohne größere Gespräche nach nur kurzer Zeit endeten. Ich war irgendwie anders, aber das war mir nicht bewusst und suchte oft nach anderen Gründen (Aussehen? Was falsches gesagt/getan?)

Ich stieß irgendwann zwischen 2001 und 2003 auf Videos im Internet, die Frauen mit Penis zeigten. Ich war fasziniert, konnte aber nicht so recht begreifen, warum. Denn bis dahin war ich ein CIS-Mann ohne Wenn und Aber, und ich konnte mir nur Beziehungen mit Frauen vorstellen. Wobei mein Frauenbild auch schon etwas merkwürdig war: Mit langhaarigen Blondinen oder anderen „Idealbildern“ von CIS-Männern konnte ich gar nichts anfangen, ganz im Gegenteil: Je maskuliner eine Frau auf mich wirkte (im Sinne von Verhalten, kurzen Haaren, am besten noch gefärbt, kleine Brüste), desto attraktiver fand ich sie.  Meine ideale Partnerin betitelte ich immer so: „Ich brauche eine Partnerin, die mich fangen kann, wenn es mir schlecht geht, genauso wie ich sie fangen kann, wenn es ihr schlecht geht“. Warum das so war, konnte ich Jahrelang nicht erklären oder begreifen.

Eine romantische oder sexuelle Beziehung mit Männern konnte ich mir absolut nicht vorstellen – und doch faszinierten mich diese Wesen, die ich als „Shemales“ kennenlernte (Achtung: Das ist nicht der korrekte Begriff, vgl. Transgender und Transsexuell). Nicht so, daß ich mit dieser Person Sex haben wollte, nein: Ich wollte diese Person sein.

Ich lebte einige Jahre so weiter, bis ich Begriff, dass ich mich zumindest beim Sex wie eine Frau fühle. Und jetzt wird es kompliziert: Wie fühlt man sich denn als Frau beim Sex? Das ist eine Frage, die gar nicht so einfach erklärbar ist und ich an dieser Stelle auch nicht ins Detail gehen möchte. Lassen wir das einfach mal so stehen.

Wieder ein paar Jahre später stellte ich fest, dass ich mich nicht nur beim Sex wie eine Frau fühle, sondern auch im Alltag. Ich musste oft nachdenken, welche Toilette jetzt für mich die richtige ist und meine primären Geschlechtsmerkmale fühlen sich falsch an. Ich fing an, mehr auf mein äußeres Erscheinungsbild zu achten. Ich dachte zunächst: „Huch, bin ich jetzt Transsexuell?“. Aber da sich meine primären Geschlechtsmerkmale zu anderen Zeitpunkten richtig anfühlten, realisierte ich irgendwann: Ich hüpfe wohl zwischen den Geschlechtern hin und her.

Kurze Zeit später lernte ich dann den Begriff „Genderfluid“ kennen und erkannte mich darin sofort wieder. Das hin-und-herhüpfen passiert oft am Tag, und vermutlich auch ohne, dass ich es selbst bemerke. Wenn ihr mich persönlich kennt, könnt ihr mal spaßeshalber darauf achten, vielleicht merkt ihr es auch, wie sich meine Verhaltensmuster ändern.

Aber die für mich ultimative Bestätigung für Genderfluid bekam ich im Oktober 2014, als meine Freundin Jenny mich auch optisch zur Frau umstylte. Ich hatte vorher Angst, dass mir das Ergebnis nicht gefallen könnte, aber Jenny hat einen super Job gemacht. In dem Moment, als ich mich im Spiegel sah, wusste ich: Das bin ich. Das bin auch ich! Die Ergebnisse habt ihr bestimmt schon auf Facebook oder meinem Twitterprofil gesehen – dank Ralf und seiner Spiegelreflex 🙂

Spannenderweise hat sich seit Oktober 2014 auch einiges mehr getan – ich verspüre keine Homophobie mehr und lasse mich auch sehr gerne von Männern knuddeln und flauschen (und flausche natürlich zurück). Ob dies jetzt mit Genderfluid zu tun hat oder nicht, weiß ich nicht – aber ich finde es toll! Ich würde mich zum jetzigen Stand als „Panflauschig“ einstufen. Ob ich Pansexuell bin, weiß ich nicht, aber ich gehe zumindest mal davon aus und bin gespannt, meine Erfahrungen zu machen!

Dann habe ich meine CIS-Mann-Rolle weitestgehend aufgegeben. Optisch hat es auch schon einige Veränderungen gegeben: Ich gehe kaum noch ohne Nagellack aus dem Haus, habe bunte Haare und ich taste mich langsam an Make Up im Alltag heran. Aber ich möchte mich nicht in eine bestimmte Rolle drängen: Ich habe jetzt den Mut, Dinge und mich auszuprobieren. Da ich mich aber bei jedem Rollenwechsel von Mann zu Frau oder umgekehrt oder irgendwas dazwischen nicht wie Superman in einer Telefonzelle umkleiden möchte, kann es also durchaus mal passieren, daß ich grade „das falsche“ trage. Oder eben genau das richtige. Aber für mich ist das egal, und ich hoffe, für euch auch. Genauso wie mir mein Personalpronomen egal ist. Wenn ihr mich persönlich ansprecht, liegt ihr mit „Feli“ auch immer genau richtig.

Ich denke ab und zu darüber nach, ob Genderfluid nur ein Zwischenschritt zu Transgender ist – aber bisher habe ich darauf keine Antwort. Aber auf der anderen Seite ist es auch nicht wichtig, was irgendwann einmal sein wird: Wichtig ist das hier und jetzt.

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Genderfluid – Was ist das eigentlich?

42 Gedanken zu “Genderfluid – Was ist das eigentlich?

  1. Jessie schreibt:

    Hallo!
    Bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen und muss sagen: Wow. Danke. Ich befinde mich gerade in derselben Lage und denke eigentlich an nichts anderes mehr „Ist es wirklich richtig? Was wäre, wenn ich ein Junge wäre?“ Aber in anderen Momenten lackier ich mir die Nägel und kämme mir meine langen Haare, um danach auf ein Fussballspiel zu gehen. Es ist manchmal wirklich befremdlich, aber jetzt weiß ich, dass ich nicht alleine bin. Wirklich dankeschön für diesen schönen Worte! Mach bitte weiter so und bleib wie du bist, das ist toll.

    Liebe Grüße (:

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    1. Benni schreibt:

      Wow ich danke dir vielmals und herzlichst für deine offenen worte!!! :-)))
      Tut gut zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der (oder die :’D ) so fühlt 🙂
      Habe mir vor ein paar tagen in einer anderen stadt meine ersten mädchenklamotten erschwungen. und obwohl es sich so wunder wunderschön, wohlig und passend anfühlt, kommen des öfteren zweifel hoch – doch wie könnte falsch sein, was sich so schön anfühlt und wodurch doch niemand zu schaden kommt.. 🙂
      Ich danke dir nochmals von herzen und wünsch dir ein wunderschönes weiteres dasein! 🙂

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  2. Abend!
    Ich bin gerade, ebenso wie Jessie, durch Zufall auf deinen Artikel gestoßen und ich bin echt beeindruckt, wie gut du das beschrieben hast. Ich bin biologisch eigentlich weiblich, allerdings fühle ich mich nicht wirklich so. Mittlerweile werde ich einfach „es“ genannt, aber hey, man nimmts mit Humor. :3

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  3. Raventoy schreibt:

    Hayuu!
    Ich glaube so ziemlich jeder stößt auf diesen Artikel durch Zufall. Ich hatte auf einem DeviantArt-Profil den Begriff gefunden und wollte keine Wikipedia Antwort. -Bing- Hier bin ich.

    Ich muss sagen nachdem ich den Artikel gelesen habe, könnte es genauso auf mich zutreffen. Biologisch bin ich weiblich, mein Geist nicht, allerdings habe ich dennoch eher typisch weibliche Ticks. Ich schraube lieber an Autos herum, anstatt mich um meine „Beauty“ zu kümmern, habe wiederum Unmengen an Schuhen, einfach weil ich sie schön finde. Ich stopfe mein Auto auf dem Weg zu einem Festival mit Plüschtieren voll, stehe dann aber mit meinen „Jungs“ auf dem Flunkyball-Feld als einer der Top Spieler. Ich bezeichne mich selbst schon immer als „das“ und habe wenig Probleme damit wenn es andere auch tun.

    Gruß

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  4. Fin schreibt:

    Hey, ich bin auch eher zufällig auf diesen Artikel gestoßen und befinde mich auch mehr oder weniger in der selben Situation. Nur habe ich in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, diese ganze Sache nur zu „simulieren“.

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  5. André schreibt:

    Danke Feli für deine tolle Beschreibung. Mir ging es ziemlich ähnlich. Als Kind wurde ich oft als „schwul“ bezeichnet und von Freunden hieß es, ich hätte eine „weibliche Ader“. Ich stelle mir oft vor, wie toll ich mich fühlen würde, einen weiblichen Körper zu haben. Ich habe oft nach einem Begriff gesucht, der mich beschreiben könnte. Transgender passt nicht ganz, und auch bei der Sexualität bi, homo, flexibel, … alles nicht so ganz richtig. Genderfluid scheint endlich das Wort zu sein, das ich gesucht habe. Ich würde jetzt noch die Begriffe homo- bzw. heteroflexibel anpassen. Bei mir wäre das femaleflexibel. Übrigens an alle, die das hier lesen: Schaut euch The Danish Girl im Kino an. Ein großartiger Film über Liebe und zwei Geschlechter bzw. der falsche Körper.

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  6. Hallo. Ich heiße Luka (überflüssig weil es da oben steht aber egal. ) ich bin echt beeindruckt von diesem text. Aber ich bin nicht wie die anderen durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen.nein ich habe genderfluid gegooglet.
    Ich wollte wissen was es ist und ob ich mich damit identifizieren kann..so wie die anderen auch. Ich bin ein Mädchen,(Ich habe einen jungen Namen) und äußerlich sehe ich auch aus wie eine frau aber dennoch fühle ich irgendwie schlecht…nicht das ich so sein möchte wi ein junge. Ich bin schon stolz auf mein aussehen (nicht arrogant sehen^^‘) aber ich habe irgendwie das verlangen danach mich zu verstecken hinter Kostümen und mich in meine eigene Welt zuschieben. .(cosplayen…und alles drumherum) ich weiss nicht ob ich mich mit dem Begriff identisch fühlen kann. Auch wenn ich mich in ein genderfluid verliebt habe. Ich weiss einfach nicht was ich bin. Zu allem kommt das ich nicht weiss wie ich damit umgehen kann oder wie ich das erklären kann. Ich finde es sehr gut wie mutig ihr hier seid und auch Feli mit dem Text . …danke das ich Grade meinen Frust ausschreiben konnte. Schönen abend.

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    1. André schreibt:

      Hallo Luka, Cosplayen finde ich auch klasse. Dort kann man viele Charaktere (vor allem vom anderen Geschlecht) in verschiedenen Extremen ausprobieren. Gerade wenn man sich unsicher ist, wie wir, hilft so etwas. Ich bin mit meinem männlichen Körper an sich auch zufrieden. Ich wünsche mir aber oft einen weiblichen Körper zu haben. Aber nicht einen durch Operationen oder Medikamente. Ich möchte einen richtigen … und dann wieder doch nicht? Einfach switchen zwischen den beiden, das wär’s.

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      1. Du sprichst gerade meine Gedanken aus. Ich bin meistens mit meinem weiblichen Körper zufrieden, aber manchmal, zumbeispiel gerade, fühlt es sich einfach falsch an, keinen Schwanz zu haben. Auch ich will mich niemals umoperieren lassen, ich will nur wechseln können. Hin und her und wieder zurück.
        Es ist irgendwie traurig, dass sich dieser Wunsch nie erfüllen wird… ich meine… wir können uns nicht operieren und sind dann damit glücklich. Das macht mich grad slightly fertig *sigh* aber ich bin so froh, dass ich nicht der die das einzige bin, der so fühlt und so denkt.

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    2. Neele schreibt:

      Ist zwar schon etwas länger her, bin durch Instagram auf den #pridemonth gestoßen und habe so den Begriff Genderfluid gestoßen, irgendwie passt es nicht zu 100% zu mir, aber es ist das passendste, was ich je gehört habe.
      Ich bin ein Mädchen, ich fühle mich auch eigentlich wie ein Mädchen, jedoch wünsche ich mir täglich einfach ein junge zu sein und wie ein solcher respektiert zu werden , schwer zu beschreiben…

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  7. Lunatik schreibt:

    Wow. Ich hätte wirklich nicht gedacht das ich etwas finde was so gut zu mir passt. Hatte mittlerweile schon die Hoffnung aufgegeben. Ich habe mich immer gefragt wie ich das zuordnen kann, das ich manchmal lieber ein Junge sein würde, in anderen Situationen aber total gerne das Mädchen bin. Ich dachte für das was ich fühle gibt es vielleicht noch gar keinen Begriff. Ich habe vor einigen Wochen zwar den Begriff „Intersex“ entdeckt, aber der gilt ja nur für Menschen, die von Natur aus beide Geschkechtsmerkmale besitzen. Das fand ich dann schon sehr schade, ich fand sie nämlich Wahnsinnig interessant, diese Idee quasi „beides“ zu sein und nicht wählen zu müssen. Ich meine mann kommt sich schon seltsam vor, wenn die Freundinnen in der Schule sagen:,, du stehst immer total wie ein Mann!“ ,e.c.t, und am nächsten Tag kommt mann mit etwas höheren Schuhen und Kleid in die Schule, kämmt sich die Haare noch ordentlicher als am Vortag, trägt vielleicht Ohringe… macht halt diese typisch weiblichen Sachen. Ich habe mich auch immer gefragt woran es liegt das ich zwar meist glücklich bin als Mädchen, aber fast immer wenn es um etwas sexuelles geht ich mich als Mann fühle. Fand ich zuerst wirklich creepy und um ehrlich zu sein betrachte ich das auch jetzt noch als Problem. Ich meine die Rolle der Frau bei solchen Dingen einzunehmen finde ich generell einfacher, als die des Mannes, wenn mann keiner ist. Naja, das werde ich wohl hoffentlich noch lösen. Es ist auf jeden Fall sehr aufmunternd und befreiend, mal einen solchen Ansatz zu haben. Danke für diesen Text.

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  8. saya schreibt:

    Hey ich bin ein Mädchen fühle mich aber oft wie ein Kerl bin deshalb froh kurze haare zu haben, weil ich aber auch gerne in manchen situationen ein Mädchen bin endlich hab ich einen begriff für mein flatterhaftes Geschlecht ฅ’ω’ฅ

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  9. Lieselotte schreibt:

    hallo ihr lieben, ich möchte euch euer wort nicht nehmen, und ich denke in einer gesellschaft wie dieser, in der auf wörter wie mann und frau bestanden wird, ist es wichtig euch einen raum in form eines wortes zu schenken!
    doch eine idee die ich hatte wärend ich das alles las: gehts nicht eigentlich allen so? nur in größerem oder kleinerem ausmaß?
    mir auch! gerne würde ich später die verdienerin sein, und ohja im stehen pinkeln! das wärs… und das obwohl ich mich wohl in und mit mir fühle… deshalb wäre es in meinen augen der richtige weg, das schubladendenken abzuschaffen und zu sein, wie man sich liebt. und vorallem alle sein zu lassen wie sie sich lieben!
    vielleicht kann ich es noch etwas anders erklären:
    geschlechterrollenbilder sagen ja, dass eine frau beispielsweise mutter sein sollte, am liebsten unschuldig und unbehaart. und männer sollten laut dieser stereo typen nicht weinen, stark und selbstsichersein und wenn sie gefühle zeigen sind sie „weicheier“.
    wenn ich mir diese vorstellungen so ansehen frage ich mich: kennt jemand eine frau, die keine haare hat? kenn jemand einen mann der noch nicht geweint hat?
    deshalb und weil sich jeder mensch frei fühlen soll! gender fuck off!

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  10. Serena Odonata schreibt:

    Ich habe größten Respekt vor dir, dass du dich traust es zu akzeptieren, darüber zu schreiben und es auszuleben. Du gibst anderen damit Hilfestellung zu verstehen und zu akzeptieren wer sie sind und gleichzeitig Cis-Menschen die Möglichkeit ihren Horizont zu erweitern und damit auch toleranter zu werden. Unwissenheit ist der Hauptgrund für Mobbing überhaupt! Auch wenn ich „nur“ asexuel bin und sich das vielleicht noch ändert habe ich eine starke Verbindung zum Queerpool was sich zufälligerweise im Moment auch in meinem Freundeskreis abzeichnet, ich habe einfach ein Talent darin Leute aufzugabeln die nicht der Norm entsprechen und erfahre das meist erst im nachhinein. Du beschreibst dich und dein Empfinden wunderbar nachvollziehbar.

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  11. Masha schreibt:

    hey mir gehts so ähnlich: ich hab einen weiblichen körper, fühle mich aber mehr wie ein kerl. bei mir ist aber noch ein twist drin: ich hüpfe nicht zwischen männlich und weiblich, sondern männlich und non binary (nicht binär) … ganz schön verwirrend 😉 auf jeden fall danke für deinen text, es ist sehr spannend das ganze mal von einer anderen seite zu sehen!

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  12. Marcelo schreibt:

    Toller Artikel! Sehr schön geschrieben 🙂
    Ich bin auf den Artikel gestoßen, da ich nach genderfluid ecosiat (auf ecosia.org gesucht; vgl. gegooglet) habe.

    ich weiß nicht, ob es mir so ähnlich geht oder ob ich mir das alles nur einrede. Ich bin 18 Jahre alt und seitdem ich 13, 14 war, war ich mir 100% sicher ein schwuler Cis-Mann zu sein.
    Nächste Woche gehe ich mit einem Freund (Kumpel) nach Berlin und an einem Abend wollten wir „schwul feiern“ gehen (er is auch schwul, jedoch bezeichnet er sich als genderqueer, er verhält sich sehr „feminin“ (niemand legt fest, was Weiblichkeit ausmacht, jedoch gibt es diese tyischen weiblichen Verhaltensweisen, die er eben an den Tag legt; er trägt zum Beispiel immer eine Handtasche, des Öfteren trägt er Pelz, seine Stimme ist weiblich/schwul,seine Gestik ist weiblich/schwul).
    Ich war schon immer sehr männlich (niemand legt fest, was Männlichkeit ausmacht, jedoch gibt es diese typisch männlichen Verhaltensweisen, die ich eben an den Tag lege). Ich habe schon immer bewusst darauf geachtet männlich zu wirken. Viele Kommentare, als ich mich als schwul geoutet habe, waren: „Waaas? Niemals!“; „Du siehst kein bisschen schwul aus…“; „Hätte ich nie gedacht.“ Jedoch meinten andere, dass man es mir schon irgendwie ein bisschen anmerkt.
    Wie gesagt, ich gehe nächste Woche mit meinem Freund (Kumpel) nach Berlin. Ich habe mit ihm die letzten Wochen fast täglich Zeit verbracht (wir gehen auf dieselbe Schule). Wir haben viel geredet. Und ich habe irgendwann gemeint: „Ich will mir in Berlin einen Rock kaufen.“ Denn warum sollten Männer keine Röcke (Kleider) tragen?
    Vor ein paar Wochen trug ich zu Hause einen Pulli, der mir nicht mehr so gefiel und da dachte ich mir „Hey, schneider doch ein Kleid aus dem Pulli“ Die habe ich auch getan und bin jetzt so gut wie fertig. Und ich muss sagen, wenn ich das Kleid trage, fühle ich mich so wohl. Ich fange an mich „weiblich“ zu bewegen (Hüftschwung, langsam beim Tanzen am Körper runterfahren, …) Eben habe ich das Album „PCD“ von den Pussy Cat Dolls gehört (ich habe mir das Album nie gekauft; ich habe es mit Spotify gehört) und dazu abgeshaket.
    Aber ich fühle mich wohl als Mann. Ich bin gerne ein schwuler Mann. Aber genauso wohl fühle ich mich, wenn ich das Kleid trage. Ich liebe es aus der Masse hervorzustechen. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum ich mich beim Kleidtragen so wohlfühle. Es fühlt sich wie „Ich“ an. Aber genauso fühle ich mich als „Ich“, wenn ich „männlich“ rumlaufe.
    Den Begriff „genderfluid“ habe ich übrigens von meinem oben genannten Freund. Ich habe ihm gesagt, dass ich ein Kleid in Berlin tragen möchte und er hat mich überredet es beim Feiern zu tragen. Und er hat auch gesagt, dass er meint, dass ich etwas genderfluid bin. Und da dachte ich mir „Ja, stimmt“. Ich denke ich bin ein etwas genderfluider, schwuler Cis-Mann. –>Ich bin gerne ein Mann (der auf Männer steht), der eben Tage hat. an denen er gerne „weiblich“ ist. Und das ist vollkommen okay.

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  13. Dr.Dee schreibt:

    Meine Freundin fühlt genau das gleiche. Wir leben nun seit 3 Jahren in einer Beziehung, es hat alles gepasst, bis sie mir sagte, wie sie fühlt. Ich weis nicht ganz, wie ich damit umgehen soll. Ich liebe sie von ganzem Herzen und möchte sie auf gar keinen Fall verlieren, allerdings muss ich jedes mal daran denken, wie alles früher war. Sie möchte ihre feminine Seite ablegen, aber ich weis einfach nicht, ob ich sie so weiter lieben und achten kann wie vorher. Klar, das klingt verdammt egoistisch, und in erster Linie liebe ich sie ja wegen ihrem Character, und trotzdem fällt es mir schwer, im Hinterkopf den Gedanken behalten zu müssen, dass sie lieber ( im Moment oder morgen) ein Junge sein möchte.

    Deswegen frage und hoffe ich auf einige Tipps von euch, ob es möglich ist, solch eine Partnerschaft noch aufrecht halten zu können.

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  14. aus der Reihe schreibt:

    huhu katze! ich würde mal steil behaupten das du mit deiner identät auf jedenfall auch teil der Trans* Identätiäten bist. Transfrau und Transmann sind wohl die bekanntesten Formen. Aber unter Trans* verstehe ich auch alle anderen Identätiten die nicht als CIS-Mann und CIS-Frau zu verstehen sind (CIS sind alle Identitäten die nicht Trans* sind). Aber keine sorge, auch bei mir war es (und ist es immernoch) ein langer weg um mich selbst zu finden 🙂

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  15. Mad schreibt:

    Oh mein Gott… <- mal als ganz generelle, nicht bewertende Aussage ^^

    Ich wollte es auch bei diesen 3 Wörtern belassen, aber iwie liegt mir im selben Atemzug eine weitere Aussage auf der Zunge…

    Ich weis ich bin ein kerl und fühle mich auch 99% der Zeit wohl damit, aber wie Feli schon schrieb "Wie fühlt sich Sex für eine Frau an?", bin ich eben sehr neugierig wie es eben wäre, beim Sex mal komplett die "Rollen" zu tauschen.

    Überhaupt, wenns um Sex geht, geht's doch sehr in Richtung Genderfluid. Keine Ahnung ob das schlichte Neugier ist oder doch mehr aussagt.

    Jedenfalls wäre für viele hier (einschließlich mich), eine gewisse magische Quelle, wie in der Serie Ranma 1/2 wohl, ideal. Einmal reinhüpfen und schon kann man wechseln wie man lustig ist.

    Wenns geht, sag mir bitte wer ob das nur Neugier oder mehr sein könnte…

    Ganz liebe grüße an alle hier, finds schon sehr krass. Im positiven Sinne natürlich :3

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  16. Redsy schreibt:

    Ich fand den Artikel äußert interessant. Es gibt so viele Facetten die eim Mensch haben kann, das könnte viele gar nicht begreifen und genau das sind die, die solche Sachen unnatürlich finden etc.
    Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast ♡ und viel Glück im weiterem Leben und bei deiner weiteren Selbstfindung

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  17. Serin schreibt:

    Hallo Feli,

    ich kann mich vielen meiner Vorredner nur anschließen: auch ich finde mich hier wieder und möchte dir für diesen Beitrag, mit dem du mir aus der Seele sprichst danken.
    Ich wurde in einem weiblichen Körper geboren und laufe seit vielen Jahren mit einem mehr oder weniger großen Fragezeichen über dem Kopf herum, das sich nun, endlich, ein wenig zu klären beginnt – auch dank Bloggern wie dir! Es tut gut zu wissen, dass es irgendwo, gar nicht so weit entfernt, auch andere Menschenwesen mit ähnlichen Gedanken, Gefühlen und Lebens-/Leidens?-Wegen gibt.

    Ich wünsche dir für deinen weiteren Lebensweg alles Gute von Herzen und danke dir nochmals,

    Serin

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  18. flora-shioka schreibt:

    Vielen lieben dank feli für diese geschichte die du uns so offen geteilt hast jetzt weiß ich endlich wo ich mich einordnen kann…ich habe mich schon immer gefragt ob es anderen menschen genauso geht und ob es dafür einen namen gibt 😅ich denke viele die sich in der kategorie genderfluid einordnen können wurden gemobbt auch wenn sie dass fies anhört aber bei mir ist es genauso zudem werden allgemein finde ich sehr viele menschen einfach ohne grund gemobbt aber egal,ich kenne so in real life nur eine person die genderfluid ist und sie ist sehr nett aber wusste auch erstmal nicht wie sie sich zuordnen sollte alles gute noch auf deinem weg feli und danke nochmal

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  19. Sera schreibt:

    Ich informiere mich in letzter Zeit über alles mögliche und finde diesen Erfahrungsbericht, wenn das das richtige Wort dafür ist, sehr spannend und dadurch kann ich mich super in die Lage hineinversetzen. Sehr informativ und interessant 🙂

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  20. Theresa schreibt:

    Danke! Ich arbeite als Tourguide im Amsterdamer Rotlichtviertel. Auch dort gibt es Genderfluids, die als SexarbeiterInnen arbeiten. Auf der Tour durch das Viertel ist das der Ort, der bei den Gästen die meisten Fragen kreiert. Als starke Verfechterin des Rechts auf freien Willen und damit der freien Wahl der sexuellen Identität, finde ich diesen Stop auf der Tour besonders wichtig! Danke für diesen Artikel!

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  21. Nico schreibt:

    Hi, auch ich danke dir für deine offenen Worte, denn ich fühle mich wie so viele andere scheinbar auch seit Jahren genauso. Ich finde es irgendwie erstaunlich, aber positiv erstaunlich, dass es doch ein Menge zu geben scheint, die so fühlen wie ich.
    Mich würde jedoch noch interessieren, wie du dich äußerlich – ja – „zeigst“. Also trägst du auch „Frauenkleidung“ mit allem drum und dran oder wie gestaltest du quasi dein Äußeres?
    Diese Frage plagt mich schon seit Jahren, wie ich mich zeigen soll und es würde mir sicher helfen zu erfahren, wie es andere machen 🙂
    Danke noch einmal, dass du diesen Artikel veröffentlicht hast, das hat mir wirklich geholfen.

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  22. M schreibt:

    Ganz ehrlich: Ich bin beeindruckt. Nicht jeder traut sich über solcherlei Dinge zu sprechen.

    Aber zurück zum eigentlichen:

    Habe schon oft das Wort Genderfluid gelesen und wurde neugierig was das eigentlich heißt und wow.
    Ich muss zugeben, ich fühle mich ähnlich.
    Es gibt Tage, an denen ich lieber ne Frau sein will (bin ein Junger Mann) und dann sind da die Tage, an denen ich „normal“ sein will. Habe auch oft Stimmungs-Schwankungen am selben Tag. manchmal bin ich sehr sanft und freundlich (eher Frauen-Typisch) und dann gibt es auch die aggressiven und zornigen Momente (Männer-Typisch).
    Nun ja, und wenn ich dann später ab und an in Mädchen-Typische Klamotten schlüpfe bin ich automatisch wieder netter als ob ein Schalter umgelegt wurde.
    Ich dachte schon, ich wäre irgendwie Krank oder so. Aber offensichtlich ist das nicht der Fall.

    Nur im Gegenteil zu anderen, fühle ich mich nicht wirklich zu irgendeinem Geschlecht hingezogen, bin auch nicht wirklich an Beziehungen interessiert.

    Aber ich muss sagen Danke für den Bericht. Das zeigt mir, wie schon vorher genannt, dass ich eigentlich alles andere als Krank bin und auch nicht der einzige mit derartigen Schwierigkeiten bin.

    Gratuliere zu deinem Mut, Feli

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  23. Eric/Alice schreibt:

    Danke für den Artikel. Bin eher zufällig darauf gestoßen, weil ich gerade nach der korrekten Bezeichnung für meine Befindlichkeit bin. Genderfluid trifft es ganz gut. Ich bin biologisch Mann, seelisch aber unentschieden bzw. im laufe eines Mondzyklus schwankend. Ich würde zwar gerne wissen wie es sich anfühlt, eine Frau zu sein, bin aber nicht bereit dafür meinen Penis aufzugeben. Als ich gestern den Nagellack abgemacht habe weil ich heute auf die Arbeit mußte, habe ich mich nackt gefühlt. Meine Frau versteht und liebt mich so wie ich bin.
    Was mir auf dieser Welt noch fehlt wäre ein ebenso empfindender Mann für die Stunden, in denen ich auch im Bett das Mädchen sein möchte und eine größere Auswahl an Damenschuhen in Größe 44. Warum gibt es da fast nur völlig abgefahrene Nuttentreter mit Absatzhöhen über 10 cm?

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  24. Leon schreibt:

    Hey Leute,
    ich habe mir gerade deine persönliche Geschichte gelesen und muss sagen, das der Begriff „Genderfluid“ mich zum nachdenken gebracht hat.

    Das hat mich dazu gebracht meine Sexuelle Identität mehr und mehr in Frage zu stellen..
    Durch meinen weiblichen touch ist es meinen Eltern ab und zu mal der Begriff „Sie“ herausgerutscht.. was meine Emotionen und Gedanken Kraussel fahren gelassen hat.
    Ich fand den Gedanken anfangs schön, verstanden zu werden. Das weiß bis jetzt keiner, nicht mal mein Freund.
    Aber gänzlich bin ich nicht ganz zufrieden mit dieser Bezeichnung. Und erst recht nicht mit dem Begriff „Er“.
    Also komme ich nun zu meiner Frage, wie kann ich mich selber Bezeichnen. Ich finde es wichtig weil das ja auch viel mit Sicherheit zu tun hat, zu wissen wer man ist.

    Danke fürs lesen 🙂

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  25. Jack Scamander schreibt:

    Ich habe einen Test gemacht – keinen professionellen: Bist du transgender?
    Und bei mir kam raus: 40 Prozent Genderfluid.
    Ich kann meine derzeitige Lage nicht in Worte fassen: Ich bin biologisch ein Mädel und ich freue mich manchmal auch echt wie dieses zu wirken. Beispielsweise wenn man sich für eine Party zu recht macht und dann dieser Wow-Effekt bei anderen entsteht. Andererseits bin ich im Alltag gar nicht so. Ich schminke mich nicht, achte nie was ich anziehe, schaue wenn überhaupt beim Zähneputzen in den Spiegel. Ich liebe es, Kappen zu tragen. Ich liebe es, T-Shirts und Pullover zu tragen, durch die man meine – wirklich großen – Brüste nicht erkennt. Vielleicht schäme ich mich auch einfach nur dafür, dass sie eben so groß sind. Mal bin ich stolz drauf, aber meistens nicht. Ich war früher schon ein Tomboy… Einige Freunde von mir wissen, dass ich Frauen mag – lesbisch bin. Ich habe aber auch gesagt, dass ich in gewisserweise Männer anziehend finde. Nur achte ich bei ihnen eher auf den Style und das Erscheinen und möchte sie sozusagen „kopieren“. Ich mag es eben, breitbeinig zu sitzen. Ich mag es, die Hände in die Hosentaschen zu stecken. Klar sind das alles nur Geschlechterrollen… Aber ich habe es als Kind schon geliebt beim Barbiespielen Ken zu sein! oder auch nicht…
    Es ist echt total ätzend, dass man nicht zwischen den Geschlechtern „springen“ kann. Für mich käme eine Operation vermutlich nie in Frage. Ich bin auch etwas mollig, aber akzeptiere mein Aussehen und sage mir immer: so bist du. So bin ich. Akzeptiere deinen Körper. Das wende ich in gewisserweise auch darauf an, dass ich eine biologische Frau bin. (Mir reicht es zu wissen, dass ich mental ein Mensch – oder irgendeine andere Kreatur bin.) Aber hätte ich die Wahl, männlich oder weiblich zu sein, würde ich gerne ein Mann sein. Aber im nächsten Moment bin ich dann die, die schön geschminkt ist und eine tolle Friseur hat und einfach nur WOW. Und dann bin ich nunmal dieses Mädchen wie in den High School Filmen. Aber dann: Das bist doch nicht du!
    Wie bereits gesagt: es ist echt schwer zu beschreiben – und damit umzugehen! Vielleicht ist es auch so, dass ich wirklich eine Frau bin, aber nun mal nicht dieses „Highschool-Mädchen“ bin, sondern einfach so ein „Highschool-Mädchen“ haben will.

    Ich versuche einfach mein Ding zu machen.

    Und schön zu sehen – oder auch nicht schön -, dass es nur mir nicht so geht! Ich denke, bei vielen anderen ist es auch echt schwer, damit umzugehen haha.
    Dennoch: Life goes on! :))

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  26. Robin schreibt:

    Heaii danke für deinen Aufschluss reichen Artikel über genderfluid. Jetzt bin ich mir auch endlich sicher das die anderen recht hatten, aber was ich noch dazu sagen muss nicht zum Beispiel jede Frau mit kurzen gefärbten Haaren und nicht jeder Mann mit Make-up ist genderfluid. Manchmal kommt es auch einfach von der Szene in der die Menschen aktiv sind.

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  27. Emma schreibt:

    Omg, so ein toller Text. Wow. Echt. Ich befinde mich zwar nicht in einer solchen Lage, vlt in einer ähnlichen, aber dieser Text, deine Worte, soo schön. Danke!!!!!!!! Keine Ahnung warum ich diesen Kommentar schreibe, aber ich wollte einfach etwas dazu sagen.
    LG.
    Du bist toll.

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  28. Florian schreibt:

    Hi Feli!
    Ein wunderschöner Text, der von Herzen kommt. Bei mir war es ähnlich aber auch etwas anders.

    In der Schule war ich auch ständig Mobbing ausgesetzt. Das veschlimmerte sich, als ich die ersten Experimente mit meiner Sexuaität mit anderen Jungs in meinem Alter von 12 ausprobierte und bei der Dorfjugend als schwul geächtet wurde. (Das war zu der Zeit und unter Kindern ein beschissenes Thema)
    Ich habe lange Zeit versucht das zu verdrängen. Aber ich fühlte mich weiter zu beiden Geschlechtern hin gezogen. Ich beneidete Mädchen und Frauen für ihre Möglichkeiten sich hübsch zu kleiden und fand es toll, wen ein Mädchen ein bisschen wie ein Junge gibt und kleidet ohne falsche Scham und mit viel Durchsetzungsvermögen. So wollte ich auch sein, aber nicht so asozial wie die meisten Jungs die ich kannte.

    Ich dachte immer ich wäre Bisexuell, aber es ist ja scheinbar etwas mehr dran. Auch kann ich mich schwer auf eine Person festlegen, bin da leicht hin und her gerissen. 😀

    Ich denke nicht dass es wichtig ist genau zu wissen wo zwischen Hetero-, Homosexuell, Transgender oder anderen Status man liegt. Ich kann alle Menschen lieben unabhängig von ihren äußerlichen Attributen oder inneren Neigungen, wenn das Herz ein gutes ist…

    Wir sind doch Alle atmende und liebende Kinder dieser Erde!

    Danke für deinen Post. Danke für all die offenen Kommentare hier.
    Alles Gute und ein schönes Leben zusammen! 😉
    Florian

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  29. Serena Odonata schreibt:

    Ich habe hier vor 2 Jahren schonmal kommentiert,aber seit dem hat sich einiges getan. Da ich viel Zeit unter Crosscosplayern, also etwa Frauen die männliche Charaktere einer Serie ect. verkörpern, und Transsexuellen verbringe ist mir das Konzept sehr nah. eine sehr enge Freundin von mir trägt etwa die Hälfte der Zeit Männerkleidung und wenn ich bei wem übernachte lande ich dann ganz gerne mal in geliehener Männerkleidung.
    Ich habe immer sehr auf meine Weiblichkeit beharrt, gerade weil viele Dinge die ich mochte, mein oft etwas zu rabiates Auftreten, mein Tick für Waffen wie auch Mord und Totschlag, meine Wehrhaftigkeit als Kind, mein wenig feminines Aussehen, nicht wirklich dem entsprachen was von einem Mädchen erwartet wurde und ich die Notwendigkeit spürte das zu kompensieren. Zudem bin ich mehr oder weniger präsent androphob( habe Angst vor/lehne Männer ab) ohne nachvollziehen zu können warum. Ich lauf jetzt nicht mit na Fackel rum um alles was männlich ist anzuzünden oder so, aber ich fühle mich weniger wohl, bin in einem Gespräch meist befangener, fühle mich oft bedroht, verkrampfe mich total wenn mir jemand zu nahe kommt . . . . natürlich gibt es Ausnahmen und ich bin auch mit Männern befreundet und denke nicht das Männer generell schlechtere Menschen sind, aber irgendwas gibt es was mich zu dieser Vorsicht treibt.
    Nachdem ich ein etwas unschönes Erlebnis hatte, habe ich begonnen mich als Frau verdammt unwohl zu fühlen, so richtig „sexy“ aufbrezeln und dann die Blicke genießen war noch nie meins, eher im Gegenteil, aber vorher konnt ich was schönes anziehen und die Blicke wenn ich gut drauf war ignorieren statt mich bedroht zu fühlen wenn bei nem Kleid auch nur meine Waden zu sehen waren. Es war nicht so, dass mein Körper nicht zu mir gepasst hätte, sondern nicht in diese Welt. In dieser Zeit habe ich ungeplant ne Woche bei meinem Bruder gewohnt, gleich nachdem ich mir wegen eines Theaterstücks die Haare auf 4cm gekürzt hatte, und habe bemerkt wie befreiend es ist, in Männerkleidung rum zu laufen und nicht als weiblich gesehen zu werden, man wird vielleicht komisch angeguckt, aber das ist mir ja egal.
    Es ist nicht so, dass ich mich nicht generell als Frau fühle, sondern eher nicht als Frau fühlen will, weil es mich verletzlicher macht. Ich fühle mich als Neutrum oft einfach wohler, denn so werde ich nicht sexualisiert. Mittlerweile lass ich mein Haar wieder wachsen, ich liebe es einfach, und habe quasi 2 Kleiderschränke, einmal gerade Hosen, Männerhosen, lockere Shirts und Flanellhemden und einmal Blusen Röcke, Kleider und mir stehende Farben, so dass ich mich immer so kleiden kann, wie ich mich gerade fühle. Auf Arbeit stellt sich die Frage nicht, ich lerne Tischler. Ich schwanke immer noch zwischen ich fühle mich weiblich und habe Spaß daran und ich fühle mich deplatziert, weil ich nicht dem entspreche was von frau erwartet wird und fühl mich in Nerdshirt, weiten Caprishorts und einem „maskulineren“ Auftreten wohler. Es ist lustig, ich werde dadurch nicht wehrhafter, sondern eher kindlicher, aber das erfüllt den Zweck. Kinder werden im Normalfall nicht sexualisiert und ich falle unter eine Art Welpenschutz was mich weniger angreifbar macht. Damit bin ich immer noch nicht genderfluid, aber das Gefühl, dass sich ändert wie ich mich in meinem Geschlecht fühle kenne ich sehr gut auch wenn es da quasi eher das Alter ist, was sich ändert.

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    1. Serena Odonata schreibt:

      Darauf bin ich gar nicht eingegangen, aber auch meine Sexualität lässt sich als „Kind“ definieren, denn ich hab keine. Ich bin bei diesem kindlichen „Yeay kuscheln!“ stehen geblieben womit ich echt nicht schüchtern bin, ich liebe ziemlich alles an platonischer Liebesbekundung, aber sobald ich mir nicht mehr sicher bin wie es gemeint ist bin ich ganz schnell weg. Glücklicherweise habe ich Freunde die das gut auf dem Schirm haben. Wir haben mal Wahrheit oder Pflicht gespielt und mein Bruder (eigentlich ein Freund aber irgendwie haben wir angefangen uns als Familie zu klassifizieren) sollte mit mir Flirten, er hat kein Wort herausbekommen und sein Scheitern mit“ Er käme sich pädophil vor gerechtfertigt ^^. Er ist jünger als ich und hatte einen 4 Jahre jüngeren Freund ^^. Jeder im Raum hat verstanden was er meinte ^^.

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    2. Svenja schreibt:

      „eine sehr enge Freundin von mir trägt etwa die Hälfte der Zeit Männerkleidung“

      – Das ist ja das Dilemma: Würde ich analog genausoviel und gerne noch mehr Zeit in Frauenkleidung (und seien es „nur“ Jeans, Top etc.) herumlaufen, bekäme ich gewaltifge Probleme (Mobbing, Spott, evtl. sogar Gewalt, Jobverlust, soziale Isolation etc. pp.).
      Als ich mich das erste Mal gestylt habe (nur schnell ein paar Kalamotten, Pumps und Make-up in 10 min.) hat mich die Selbsterkenntnis durch mein Spiegelbild zu Tränen gerührt. Was für eine bescheuerte Welt, in der man nich leben kann, wie man wirklich ist. ;-(((

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  30. jetztgeradeLinus schreibt:

    Mir fällt nachdem ich diesen Artikel gelesen habe echt ein stein vom Herzen. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Biologisch bin ich weiblich, aber ich habe mich ganz langsam immer unwohler in meinem Körper gefühlt, bis der tag kam, an dem ich mir die Klamotten von meinem Bruder genommen habe. Als ich mich im Spiegel gesehen habe, fand ich mich einfach nur schön. Ich war mir sicher, dass das dort im Spiegel ich sein.
    Am nächsten Tag habe ich mich gefragt, was das ganze soll, weil ich mich plötzlich wieder als Mädchen gefühlt habe. Ich dachte, ich wäre trans.
    Aber als ich darüber nachgedacht habe, wie es wäre Hormone zu nehmen, oder eine geschlechtsangleichende Op zu machen habe ich gemerkt, dass ich das gar nicht will.
    Weil ich sowohl Junge als auch Mädchen bin. Ich persönlich könnte mich nicht auf etwas festlegen, (Diese Entscheidung wurde mir netterweise^^ abgenommen), denn ich bin einfach beides.
    Ich bin gut so wie ich bin, das habe ich erkannt, und ich bin so froh, nicht alleine zu sein
    Liebe Grüße an alle da draußen, denen es genauso geht 🙂

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  31. Svenja schreibt:

    Wow, vielen Danlk Dir und Euch allen! Das ist wie seine wahre Familie zu finden. Bei geburt hat man mir „männlich“ aufgedrückt und doch war ich schon als Kind sehr früh anders. Leider wurde mir das teils aberzogen, teils mußte ich damals schon (mit nur 4, 5 jahren!!!) erkennen, welch schweren Stand man in der Gesellschaft und auch in der Familie hat.

    Männlich sozialisiert lebe ich soweit nötig in dieser Rolle, zu meinem Leidwesen, wie ich inzwoischen sagen kann und muß. Frau bin ich aber ja auch nicht und werde es nie sein können, obwohl vieles an und in mir feminin ist. Am liebsten würde ich einfach so leben, kleiden und geben, wie ich mich fühle um meiner (weiblichen) Seele eine Heimat zu geben.

    Wie schön wäre es, könnten wir alle, die wir so und ähnlich empfinde auch im realen Leben vernetzt sein.

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    1. Hallo Svenja,

      das klingt aber eher für mich nach dem Wunsch, komplett als Frau zu leben (ich mag mich aber täuschen). Ich habe den Weg auch beschritten, bei mir war Demisexualität tatsächlich nur ein Zwischenschritt. Selbst mein Name ist offiziell geändert, ich habe echte Brüste und fühle mich einfach nur wohl – ja, das geht alles. Auf http://hormonmaedchen.de/ findest du viele Informationen zu dem Thema.

      LG Felicia (Drachenkatze)

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